Zwei auf einen Schlag

Ein doppelter Eisprung oder die Teilung der befruchteten Eizelle hat das Leben mit einem gleichaltrigen Geschwister für sie entschieden. Heute kennen sie sich so gut wie niemand anders. Drei Zwillingspaare erzählen von den Höhen und Tiefen, Freuden und Schwierigkeiten, die sie miteinander teilten und teilen.

Melanie & Adina

Lena & Dimi

Lukas & Simon

Über Zwillinge

Befruchtung von Zwillingen

Wenn eine Eizelle von einer Samenzelle befruchtet wird, entsteht ein einzelnes Kind. Alleine durchlebt es ungefähr neun Monate im Mutterleib, bis es erwartungsvoll die Welt erblicken darf. Wie aber funktioniert die Befruchtung von Zwillingen? Bei eineiigen Zwillingen wird ebenfalls eine einzige Eizelle durch ein einzelnes Spermium befruchtet. Innerhalb der ersten zehn Tagen teilt sich jedoch die befruchtete Eizelle in zwei Embryonanlagen. Dadurch haben eineiige Zwillinge identisches Erbgut. Findet eine unvollständige Teilung statt, dann entstehen siamesische Zwillinge. Wesentlich häufiger als eineiige Zwillinge sind aber zweieiige Zwillinge, so wie Lena und Dimi es sind. Ihre Mutter bildete im gleichen Zyklus zwei Eizellen aus, welche von zwei verschiedenen Samenzellen befruchtet wurden. Zweieiige Zwillinge sind sich also genetisch nicht ähnlicher als normale Geschwister. Sehr selten gibt es den Fall, dass Zwillinge zwar zweieiig sind, aber von einer einzelnen Eizelle abstammen. Das geschieht dann, wenn das Ei über zwei Zellkerne verfügt und von zwei Spermien befruchtet wird. Die Zwillinge haben dann dieselben Erbanlagen der Mutter, die des Vaters unterscheiden sich jedoch.

Gründe für einen doppelten Eisprung

Eineiige Zwillinge sind ein pures Zufallsprodukt der Natur. Bei zweieiigen Zwillingen sieht dies jedoch etwas anders aus. Es gibt verschiedene Komponenten, die beeinflussen können, dass eine Frau einen doppelten Eisprung hat. Die Neigung zum doppelten Eisprung kann beispielsweise vererbt werden. Auch das zunehmende Alter und eine höhere Anzahl bereits geborener Kinder, steigert seine Wahrscheinlichkeit. Zudem erhöhen die künstliche Befruchtung und Hormonbehandlungen die Wahrscheinlichkeit des doppelten Eisprungs. Dies führt dazu, dass zweieiige Zwillinge in den Industriestaaten immer zahlreicher werden. In der Schweiz hat sich die Rate seit 1972 mehr als verdoppelt. Die Anzahl von eineiigen Zwillingen ist seit Jahren stabil.

Bei gleichgeschlechtlichen Zwillingen zeigt manchmal nur der DNA-Test, ob sie ein- oder zweieiig sind

Der Nachweis, ob es sich bei einer Zwillingsschwangerschaft um ein- oder zweieiige Zwillinge handelt, erfolgt per Ultraschall. Da zweieiige Zwillinge aus zwei Eizellen entstehen, entwickeln sich beide Föten in einer eigenen Fruchthöhle und eigenen Plazenta. Eineiige Zwillinge hingegen teilen sich meist eine Plazenta. Doch wenn sich die Eizelle der eineiigen Zwillinge bereits kurz nach der Befruchtung teilt, entwickeln auch sie sich in einer eigenen Plazenta. Gleichzeitig wachsen nach den ersten drei Monaten die separaten Plazenten der zweieiigen Zwillinge zusammen, sodass es auf dem Ultraschall so aussieht, als wäre es nur eine. Darum ist es oft schwer zu sagen, ob es sich um eineiige oder zweieiige Zwillinge handelt. Melanie und Adina, aber auch Lukas und Simon, wissen bis heute nicht, ob sie ein- oder zweieiige Zwillinge sind. Mit einem DNA-Test könnten sie es herausfinden, doch dies haben die Zwillingspaare nicht vor. Einfacher ist es bei Zwillingen mit verschiedenem Geschlecht. Lena und Dimi sind Frau und Mann. Sie wissen darum mit Sicherheit, dass sie zweieiig sind.

Nicht alle Zwillinge überstehen die Schwangerschaft gemeinsam

Bei ungefähr 20 Prozent der Zwillingsschwangerschaften ohne vorhergehende Hormonbehandlung überlebt nur einer der Feten. So wurden auch die Eltern von Simon und Lukas, und Lena und Dimi gewarnt, dass eventuell jeweils nur eines der beiden Kinder die Schwangerschaft überlebt. Zum guten Glück sind aber alle gesund zur Welt gekommen.